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Interview mit einem tollen Windelfreicoach

Interview - mit Janina von leonina-frei-geborgen.com


Ich durfte in letzter Zeit eine tolle und sehr inspirierende Seele kennen lernen. Erst vor einigen Wochen hat sie die Internationale WindelFREI-Woche organisiert, obwohl sie erst mit ihrer kleinen Tochter aus Brasilien zurück kam. Was sie macht und welche Motivation dahinter steckt, verrät sie uns.


Für die, die dich nicht kennen, kannst du kurz etwas zu dir sagen?

Ich bin Janina, Mama meines 2,5-jährigen Löwchens, sie WindelFREI von Anfang an, beide reiselustig, Capoeira-Fans und ein bisschen verrückt. Ich lebe alleinerziehend mit dem Löwchen in Hamburg und hier sowie unterwegs und online berate und coache ich Mamas für ein erfülltes Leben mit ihrem Kind und Baby und helfe ihnen bei der Kommunikation mit ihrem Baby von Anfang an, z.B. über WindelFREI.

Wie bist du dazu gekommen, als Windelfrei Coach zu arbeiten und welche Ausbildung ist dazu notwendig?

Wie es genau dazu kam, habe ich in meinem ganz persönlichen Blogbeitrag illustriert. Im Prinzip habe ich die Plastikwindel einfach mal hinterfragt und irgendwie hat mich mein Weg dann zu WindelFREI gebracht. Als ich es kurz nach der Geburt ausprobiert und es tatsächlich klappte, war ich sofort Feuer und Flamme! Ich macht dann sehr bald die Fortbildung zum „Babys ohne Windeln“-Windelfrei-Coach vom Artgerecht-Projekt. Es gibt aber noch weitere ausbildende Projekte auf der ganzen Welt, z.B. Hallo Nappy und Go Diaper Free.


Hat dich deine Arbeit in deinen persönlichen Denkmuster geprägt? Wenn ja, was waren für dich die wichtigsten Erkenntnisse?

Oh ja! WindelFREI selbst macht mega viel mit dir als Mutter oder Vater selbst. Viele denken, mit WindelFREI wird das Baby trainiert. Falsch! Erstens ist WindelFREi kein Töpfchentraining, und 2. Lernen dabei wir als Bezugsperson viel mehr als das Baby! Geduld, Empathie, Kreativität, Natürlichkeit u.v.m. Im Übrigen spiegeln Babys über ihr Ausscheidungsverhalten sehr oft unser eigenes seelisches Ungleichgewicht. Und das Business? Das hat mich gelehrt, dass ich im Leben ruhig investieren und in Fülle denken darf, dann stellen sich auch Erfolge ein. Und dass Abgeben von Aufgaben und Kontrolle und 5e gerade sein lassen Voraussetzung sind, dass ich wirklich und stressFREI voran komme ;-) Im Business und auch im Leben.

Warum denkst du, dass es wichtig ist, in die Ausscheidungskommunikation mit dem Kind zu treten? 

Das Ausscheiden ist eine Körperfunktion, die bei uns in Westeuropa so stiefmütterlich behandelt wird wie keine andere. Wir verdrücken uns unsere Pupse bis zur Schmerzgrenze, lassen unsere Kinder wund werden und trauen uns mit Darmproblemen nicht zum Arzt. Das ist eine gefährliche kulturelle Eigenschaft - denn unser Darm ist der Assistent des Gehirns und kümmert sich auch um unsere Körperabwehr! Und doch: Wir lassen zwar unsere Hunde auf den Seitenstreifen pinkeln und heben ihre Häufchen auf, aber unsere Kinder sollen ihre Ausscheidungen lieber am eigenen Körper verstecken, wir wollen sie nicht sehen, riechen oder hören, ganz nach dem kindlichen Motto „was ich nicht sehe, ist auch nicht da“. Dabei stecken in WindelFREI riesige Chancen für uns, unsere Umwelt, unsere Gesundheit, unsere Bindung und unseren Geldbeutel! Wegwerfwindeln sind eine Erfindung der Neuzeit und machen einen Großteil unseres Hausmülls aus - selbst Öko-Windeln verwesen in der Natur Jahrzehnte lang nicht. 80% der Weltbevölkerung macht eine Art von WindelFREI - und das ist das schöne - jeder kanns, ganz individuell und in dem Umfang, wie es zu ihm und ihr passt!

Aus meinem Bekanntenkreis haben sehr wenige bisher von Windelfrei gehört. Wie erlebst du selbst Windelfrei in der Gesellschaft? 

Da ich eine sehr positive Einstellung und Ausstrahlung habe, ziehe ich auch fast nur positive Rückmeldungen an. Das freut mich und unterstützt natürlich wiederum meine Einstellung. Dennoch höre ich von sehr vielen Eltern, die WindelFREI praktizieren, dass die Ausscheidungskommunikation oftmals vom Partner, den Freunden oder der Familie nicht unterstützt oder man sogar angegangen wird. In vielen Kitas herrscht auch das Bild vom Kind, das sich SELBSTbestimmt entwickeln soll, also Windeln aus, wenn es dazu bereit ist. Dem Millionen-Unternehmen von Pampers kommt das natürlich ganz recht. Dass ein Baby bereits dazu bereit ist, sich außerhalb der Windel und weg vom eigenen Körper zu entleeren, und viele Babys es sogar durch Weinen, Pinkeln auf den Wickeltisch und Protest gegen die Windel kommunizieren, ist nicht bekannt, wird übersehen oder übergangen. Langsam und sicher werden die Scheuklappen jedoch abgenommen und WindelFREI rückt aus der gesellschaftlichen Nische in die Iris der westlichen Öffentlichkeit. Trotzdem sind wir für viele noch Freaks :-D


Wie versuchst du Familien, die sich für Windelfrei interessieren oder es praktizieren wollen, mit deiner Arbeit zu unterstützen? 

Ich berate, coache, mache Treffen und Kurse in Hamburg und Umgebung - aber auch online für Mamas auf der ganzen Welt! Für Einsteiger habe ich auch einen Online-Kurs, der in etwa 30 Minuten alles beinhaltet, was man braucht, um stressFREI, SELBSTbestimmt und LIEBEvoll mit WindelFREI zu starten. Außerdem gebe ich mega viele Infos über meinen Blog, Facebook (z.B. bin ich Moderatorin der größten deutschen FB-WindelFREi-Gruppe), Instagram Lives, Stories und Beiträge, über den WindelFREI-Letter auf meiner Website und über meinen Youtube-Kanal raus, und liebe online-Coachings, die das komplette Rundumpaket bereithalten, mit dem die Mama perfekt und individuell ausgerüstet ist. Auf meiner Website können WindelFREI-Interessierte sich auch testen, welcher WindelFREI-Typ sie sind - und dafür ein tolles Geschenk erhalten - oder sie holen sich mein kostenloses WindelFREI-Starter-Kit! Was ich noch so mache? Ich organisiere auch die Internationale WindelFREI-Woche jedes Jahr mit einer Kollegin und bin im Artgerecht-Projekt zuständig für das Thema WindelFREI und bin im Regionalteam NORD. Achso, und am Wikipedia-Artikel zu Windelfrei sitze ich auch gerade - damit dieses wichtige Thema auch hier endlich von allen nachgeschlagen und gefunden werden kann.

Sicherlich haben es schon viele Windelfrei-Eltern erlebt. Das Kind befindet sich in dem bekannten "Abhalte-Streik". Was würdest du in dem Fall den Eltern empfehlen? 

Ein sogenannter Abhalte-Streik stresst uns oft und wir empfinden ihn als ein Scheitern. Dabei ist er immer ein Signal und hilft dir, dich neu zu ordnen und mehr über dich und dein Baby zu erfahren,. Ich rate daher genau hinzuschauen: 1. Wo steht mein Kind (was mag es genau jetzt, was mag es nicht mehr, was kann es schon, was will es, was stresst es, was will es nicht mehr, was beschäftigt es gerade, was lernt es und was will es lernen) und 2. Wo stehe ich (was stresst mich gerade, bin ich im Gleichgewicht, was passiert derzeit in unserem Familienleben, was passiert mit mir selbst, wo streike ICH eigentlich, wo projiziere ich etwas auf mein Kind, wo habe ich unbearbeitete Baustellen). Gerne helfe ich den Eltern in einem Coaching durch diese schwierige und stressige Zeit zu kommen und sie sogar als Chance zu sehen! Mit der entsprechenden Einstellung ist so ein Abhalte-Streik ein Gewinn für alle Beteiligten!


Was würdest du dir für die Zukunft, in Bezug auf Windelfrei, wünschen? 

Dass das Thema Ausscheidungen enttabuisiert wird - bei Kindern wie bei Erwachsenen, und dass die Ausscheidungssignale unserer Babys endlich wahr- und ernst genommen werden. Wir stecken noch in der Angst fest, unsere Kinder zu überfordern. Damit versperren wir uns den Weg zu einer LIEBEvollen bindungsstärkenden Ausscheidungskommunikation. Scheuklappen ab, die Zeit von Lob, Tadel und Wundsein ist vorbei, auch dein Baby kann mit seinen Pipi und Kacka umgehen, gib ihm die Chance dazu! ;-)

Ich bedanke mich für deine Zeit und die vielen Informationen. Wer ihr noch nicht folgt, der sollte dies unbedingt tun! Sie hat immer wieder tollen Input und spricht vor allem Dinge an, über die man auch mal nachdenken sollte. 

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